Resümee

Ich will hier keinen endlos langen Abschlussbericht schreiben,  deshalb versuche ich, für zukünftige Anwärter, Fans und Interessierte ein paar relevante Punkte abzuarbeiten. Im Großen und Ganzen kann ich – für uns alle 3 – sagen, dass wir mit Kiew eine super Erfahrung gemacht und tolle Momente erlebt haben. Ich kann den Austausch jedem ans Herz legen, der mal was anderes sehen will und offen für Neues ist.

Kiew: Sights & Nightlife

Kiew ist eine riesige Stadt, in der es alles gibt was man braucht. Zum Anschauen gibt es viele Kirchen, ein Höhlenkloster, die Mutterheimatstatue, Museen, ein Freilichtmuseum, das Naherholungsgebiet Hydropark… und vieles mehr. Es lohnt sich auf jeden Fall auch Gäste einzuladen.

Die Clubs in Kiew haben mir nicht so gefallen (vergleichbar mit dem Myers in Ulm). Aber es gibt viele tolle Bars: Podshoffe, Divan, Bar Duck… Viele Bars haben ein Motto und sind ganz nach diesem Motto dekoriert (Bar Duck-> Ente im Eingangsbereich). Einmal waren wir aber doch in einem hippen Club: Closer (Preise ähnlich wie Dtl.).

Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft

Die Menschen sind sehr gastfreundlich und interessiert an uns Deutschen. Wenn man mal Hilfe braucht, nehmen sie sich so viel Zeit, wie es braucht, um das Problem gemeinsam zu lösen. Ein Beispiel ist ein Student, der mir gezeigt hat, wie man im Wohnheim an Waschmarken kommt. Auch beeindruckt hat mich, dass uns Tetiana, unsere Betreuerin an der Uni, an unserem ersten Tag vom Hauptgebäude der Uni im Zentrum, zum Fotographen, zum Wohnheim außerhalb, zur Mathe Fakultät, zur Metrostation und zum Supermarkt begleitet hat, um uns alles zu zeigen.

Reisen in der Ukraine

Man kann super günstig mit dem Nachtzug (mit Betten) verreisen. Ich war beispielsweise in Odessa, Lviv, Charkiv und Chernivtsi. Tickets online buchen.

Verständigung

An der Uni und mit jungen Menschen ist die Verständigung auf Englisch kein Problem. Viele Restaurants bieten englischsprachige Karten an. Das kyrillische Alphabet zu lernen, ist meiner Meinung nach notwendig, weil man dann viele Dinge versteht. Man wird aber vor Ort motiviert, russisch oder ukrainisch zu lernen, wenn anders keine Kommunikation möglich ist (Friseur, Taxi, Dönerbude….). Empfehlung: Vorher schon russisch lernen.

Lebenshaltungskosten

Ein Arzt in der Ukraine verdient gerade im Schnitt 300 € im Monat. Dementsprechend sind  Nahrung, Alkohol, Taxi, Friseur usw. im Vergleich zu Deutschland sehr günstig. Importierte Produkte, wie elektrische Geräte oder Markenklamotten, werden etwa zum gleichen Preis verkauft.

Verwaltungskram

Das läuft hier alles ganz anders als in Deutschland. Man muss schon ordentlich Zeit einplanen, am besten mit Lesestoff im Gepäck. Wenn man das weiß, ist alles okay. Man kommt immer irgendwie zum Ziel, wenn auch über 3 verschiedene Ämter.

Wohnheim

In Zahlen:

  • Riesiger Campus mit 13 Wohnheimen
  • Wohnheim Nr. 13: 9 Stöcke, 2 Flure, 2 Küchen, ca. 10 „5er WGs“: 2 Zimmer (3 Betten, 2 Betten), 1 Dusche, 1 Stehklo (Bilder)

Wir haben auf Wunsch jeweils ein Mehrbettzimmer allein bekommen. Unten im Wohnheim ist eine Rezeption, an der nicht-englisch sprechende Ukrainerinnen sitzen. Regeln haben wir, auch auf Nachfrage, nicht in englischer Sprache bekommen.

Hier einige, die wir herausgefunden haben:

  • nach 24 Uhr schlafen die Rezeptionsfrauen im Eingangsbereich auf einer Auszieh-Couch, nur im Notfall noch rein und raus
  • Kein Alkohol im Wohnheim
  • Keine Gäste über Nacht; Gäste müssen an der Rezeption einen Ausweis hinterlegen
  • Möbel nicht verrücken

Es ist kein Problem sich in Kiew eine Wohnalternative zu suchen.

Freizeitangebot der Uni

Persönlich kann ich positiv vom Unichor Dnipro berichten. Vom Chor habe ich durch einen Mann in der Metro erfahren, mit dem ich zufällig ins Gespräch kam. Mit einer Austauschstudentin aus Leipzig, Katia, die russisch spricht, war ich einmal auf dem Wohnheimscampus im Fitness. Das war für einmal okay, hätten wir allerdings öfter dort hingehen wollen, wäre eine Anmeldung mit Gesundheitszertifikat notwendig gewesen. Katia ist am Red Building auch zum orientalischen Tanz gegangen. Es gibt also ein Freizeitprogramm, allerdings wurde uns darüber, ohne Nachfragen, nichts mitgeteilt. Außerhalb der Uni war Flo beispielsweise bei einem englischsprachigen Filmclub und einem Lauftreff. Ich habe mich in einem öffentlichen Fitnessstudio angemeldet (Preise ähnlich wie in Dtl.).

Kontakt zu anderen Studenten & Ukrainern

Am Anfang haben uns die beiden Studenten, Oleks und Lina, die später nach Ulm gegangen sind, durch die Stadt geführt und waren mit uns trinken. So haben wir gleich einige Studenten der Mathe Fakultät kennengelernt. Da es in der Uni keine Lernflächen gibt, haben sich zu den Vorlesungen keine Lerngruppen gebildet. Einheimische haben wir vor allem im Wohnheim oder  bei anderen Freizeitaktivitäten kennengelernt.

Unterschiede zur Uni Ulm

Die Gruppengrößen waren mit etwa 30 Studenten pro Kurs so klein, dass man persönlichen Kontakt zum Professor hatte. Wie und wann Prüfungen abgelegt werden, wurde von den einzelnen Professoren entschieden. Es war beispielsweise möglich, Prüfungen für uns um eine Woche nach vorne zu verlegen, weil wir über Weihnachten zu Hause sein wollten. Allgemein war für uns Austauschstudenten ein großes Entgegenkommen spürbar. Negativ aufgefallen ist nur, dass innerhalb der Uni kaum Lernflächen verfügbar sind (es gibt aber Abhilfe). Die Bib wird kaum genutzt, da vor allem E-Books verwendet werden.

So! Jetzt ist es doch ein langer Abschlussbericht geworden. Ich hoffe er trägt dazu bei Kiew als Austauschstadt in Betracht zu ziehen, die Ukraine als attraktives Urlaubsland vorzustellen und schon Entschlossenen in kniffligen Alltagssituationen weiter zu helfen.

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