Flo 1

Es ist Freitagabend in der ersten Woche unseres Kiew-Aufenthalts. Ich sitze auf dem Balkon unseres Wohnheims und lausche den Gitarrenklängen und Gesangskünsten, die vom Park des Campusgeländes von einer Gruppe ukrainischer Studenten hierhoch dringen. Vor vier Tagen wurden uns hier jeweils ein Zimmer im obersten Stock des Gebäudes zugewiesen, was eigentlich 2- bzw. 3-Bett-Zimmer sind. Die anderen Bewohner des Stockwerks sind meistens Tschechen, die hier eine Sommerschule absolvieren und die gleichen „bevorzugten“ Wohnbedingungen vorfinden. Überhaupt hat man hier schon viel getan, um uns den Einstieg in unseren neuen Alltag in Kiew möglichst einfach zu machen. So hat sich unsere Ansprechpartnerin für uns Austauschstudenten einen Tag lang Zeit genommen, um uns das Hauptgebäude der Uni in der Innenstadt zu zeigen und beim International Office einen Studentenausweis zu beantragen, war mit uns beim Fotografen für neue Passbilder und hat uns schließlich im Taxi zum Studentenwohnheim begleitet und sich dort für unere Zimmer eingesetzt.

Das Wohnheim befindet sich inmitten eines großen Campus der Universität, etwas außerhalb der Stadt. Das Gebäude für die Fakultät für Mathematik und Mechanik ist ca. 10-15 min entfernt. Anders als ich es von der Uni Ulm gewohnt bin, sind die Kurse hier ziemlich klein, maximal Schulklassengröße. Soweit ich es bisher beobachtet habe, sind wir in den Kursen die einzigen ausländischen Studenten, aber die Dozenten und Studenten haben uns sehr herzlich aufgenommen. Klar gibt es einige Umstellungen gegenüber unseren Ulmer Verhältnissen – so gibt im Gebäude kein Wlan und auch die Bibliothek ist in Bezug auf englischsprachige Literatur sehr eingeschränkt – aber nach meinen Eindrücken aus der ersten Vorlesungswoche denke ich, dass ich hier auch fachlich gut vorankommen kann. Der Unterricht basiert meistens auf englischsprachiger Standardliteratur und macht einen zielich strukturierten Eindruck und unsere Dozenten haben teilweise auch schon klar ihre Hilfs- und Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Insgesamt bin ich sehr froh, hier sein zu können. Es ist vieles anders und aufregend. Aber nachdem die erste Eingewöhnung nun erfolgreich abgeschlossen ist, bin ich neugierig und gespannt, was unser Auslandssemester noch alles bringen wird.

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